Josephine Muschdersub
Neues aus Hasenruh
carSten,chriStian & iCh
G.P.
Mozart



ZITATE:
(www.metaspinner-media.de)
Mit "Memento Mori", dem 10.Werk von Umbra et Imago, ist es der Band gelungen, sich selbst die Krone mit den Teufelshörnchen aufzusetzen, die flammengleich die Welt entzünden werden.
(www.medien-info.com)
Bestürzt, benommen, ergriffen und hingerissen hört Mensch sich diese Scheibe an. Und stellt fest: Mit MEMENTO MORI ist ein Denkmal gesetzt worden - auch für nicht - Grufties.

Super-Kritiken zum Album Nr.10. Hat die Musikszene nun auf etwas Neues aus der Gothic-Szene gewartet oder ist das Album einfach besser und reifer als die Vorgänger?
Reifer? Ja, eigentlich schon. Wir haben bei der Produktion dieser CD viele neue Erfahrungen machen können. Die Produktion im eigenen Studio, ein neuer Gitarrist kam dazu... Und wir haben uns für diese CD sehr viel Zeit genommen. Ein Jahr Produktionszeit „Memento Mori“- da waren Möglichkeiten vorhanden, neues auszuprobieren.

Platz 65 in den offiziellen Media control Charts... Ist das mehr als ein Durchbruch für euch?
Natürlich freuen wir uns über eine solche Chartplatzierung. Es zeigt uns, dass wir als Kulturrichtung ernstgenommen werden. Und da Fernsehsender nun mal nur das spielen, was in den Charts ist, eröffnet eine solche Platzierung einiges mehr an Möglichkeiten. Trotzdem ist uns wichtig, was die Fans meinen. Denn diese haben uns über die Jahre getragen und ohne sie hätte es diese neue Scheibe auch nicht gegeben. Und so werden wir sicherlich nie chartorientiert arbeiten.

Als Singleauskopplung erschien „Sweet Gwendolyn“. Wäre nicht hier z.b. „Märchenlied“ unter kommerziellen Gesichtspunkten interessanter gewesen?
Eher nein. Das unsere Songs von den Radiostationen gespielt werden ist eher utopisch. Als brauchten wir für die Singleauskopplung einen „clubfähigen“ Titel. Deshalb fiel die Wahl dann auch auf „Sweet Gwendolyn“, nachdem wir diesen Song in einigen Clubs angetestet hatten und das Feedback auf dem Dancefloor überaus positiv war.

Ok, dann noch mal zu „Sweet Gwendolyn“... Ist es nun ein Ärzte-Cover (wie durch die Presse ging) oder nicht?
Es hat außer dem Titel nichts mit dem Ärztesong zu tun. Orientiert haben wir uns bei diesem Song an dem bekannten Kult-Comic. Irgendwie ging dann allerdings über die Medien, das es sich um ein Cover von den Ärzten handelt. Was natürlich auch dazu führte, das Leute fast schon etwas enttäuscht waren, als sie hörten, dass das „Umbra-Original“ damit nichts zu tun hat.

In vielen anderen Titeln kommt es immer wieder zum Thema Religionskritik. Bist du eigentlich ein religiöser Mensch?
Ja, sehr sogar. Nur habe ich ein anderes Gottbild als andere Menschen. Gott und Kirche sind für mich zwei verschiedene Dinge. Gegen die Kirche bin ich deswegen, weil sie in meinen Augen eine faschistoide und heuchlerische Gesellschaft ist. Gerade diesen Widerspruch wollen wir in unseren Texten ansprechen.

Daneben kommt das Thema SM & Sexualität natürlich fast noch öfter vor... das bisweilen in einer sehr deutlichen Sprache...
Uns interessiert das Thema. Und deshalb machen wir keine Titel über z.b. Nekrophilie und schlachten keine Hühner auf der Bühne, sondern singen lieber über SM. Wir sehen uns als Spiegelbild der Gesellschaft und wir verwenden den Wortschatz dieser in unseren Texten. Und wenn es darin „...ich lecke deine Möse“ heißt, dann trifft es das Gefühl des Moments eben treffender, als dies in anderen Worten zu umschreiben.
Ich selbst bin damals – wie wohl viele andere auch - durch die Geschichte der O zu dem Thema gekommen. Später kam Freud & Nietzsche dazu. Da war etwas, was mich fasziniert hat. Etwas, was mein Bewusstsein geweckt hat. Eine Form von Offenheit und Freizügigkeit gepaart mit sehr viel Respekt im gegenseitigen Umgang. Und dieses Gefühl... dieses Lebensgefühl für diese Form der Sexualität versuchen wir in unseren Shows umzusetzen.

Die Umsetzung dieses Themas innerhalb der Bühnenshow ist natürlich auch ein kontroverses Thema. Ihr sprecht ja nicht nur die SM-Szene an, sondern gleichermaßen oder sogar noch mehr auch die Gothics.
Ja sicher ... und deshalb hat sich unsere Show auch verändert. Als wir 1991 damit angefangen haben, sind wir teilweise übelst dafür beschimpft worden. Mittlerweile ist das Thema akzeptierter, aber natürlich hat z.b. die Gothicszene mitunter ein anderes jüngeres Publikum. Auch darauf versuchen wir Rücksicht zu nehmen. Situationen, wie wir sie Anfang der 90-iger Jahre hatten, als unsere Konzerte eine jugendfreie und eine nicht „zensierte“ Variante von Seiten einiger Veranstalter beinhalten sollten, sind für uns passe. Wir wollen ja auch nicht schockieren, sondern wir singen über Sex. Und für mich ist SM die intelligenteste Art der Sexualität. Nie erzwungen, sondern lustvoll, weil es beide wollen. Umbra et Image versteht sich als eine Art „Betriebsanleitung“ um etwas zu verstehen. Wir öffnen „die Schlafzimmertür“ einen Spalt weit. Aber eben nicht ganz, denn wir wollen, dass die Besucher sich darüber Gedanken machen. Sich eventuell inspirieren lassen oder auch nicht. Das was wir tun, soll die Phantasie der Menschen anregen. Nicht mehr und auch nicht weniger...

Gothics meets SM. Was außer die Farbe Schwarz verbindet eurer Meinung nach die Szenen?
Natürlich gibt es auch in der Gothic, wie auch in der SM-Szene immer verschiedene Richtungen und Strömungen. Trotzdem sind beide Randgruppen der Gesellschaft. Und es ist irgendwie bei beiden ein gemeinsamer Kampf um mehr Akzeptanz. Und die gewisse Freude am Leiden kann man ja nun beiden Szenen nicht absprechen *lacht*...



Stichwort Leiden... „Schlag mich“... ihr habt Regina Halmich für diesen Titel mit ins Boot genommen. Warum? Nur ein Promotiongag oder mehr?
Nein, auf keinen Fall ein Promogag. Ursprünglich war geplant eine Einmarschmugge für Regina zu schreiben. Dann wechselte der Boxstall aber vom DSF zum öffentlich rechtlichen ZDF und damit war das Thema dann durch. Deshalb wurde „Schlag mich“ einfach so für Regina geschrieben. Als Titel, den wir einer guten Freundin widmen wollten. Als sie den Titel hörte und davon begeistert war, kam die Idee mit ihrem Sprechgesang dazu. Und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach mehr als hören lassen. Für eine Boxerin, die diesen Part zwischen den Trainingseinheiten erledigt hat, hört sich das doch klasse an.
Was sich dann nun allerdings im Anschluss dazu entwickelt hat ist für mich mehr als schockierend. Reginas Probleme, die sich durch die Zusammenarbeit mit uns ergeben haben, zeigen deutlich, wie erschreckend es ist, dass die Menschen in ihrem Wissensstand über SM so unaufgeklärt sind.
Wir hatten von vornherein abgesprochen, das Regina keine Presse für diesen Titel macht. Aber es dauerte natürlich nicht lange, bis die Presse Wind davon bekam und wir zumindestens alles, was an Material draußen war wieder zurückgezogen haben. Traurig nur, das die Entwicklung ihr jetzt diese Probleme mit Management und Sponsoren bringt. Aber auch das ist ein Spiegel unserer verlogenen und selbstzufriedenen Gesellschaft.