Josephine Muschdersub
Neues aus Hasenruh
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G.P.
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Boxen.
Ein Kampf – Mann gegen Mann... Frau gegen Frau
Ein ehrlicher Sport? Eine manipulierte Show für Promoter, Pay-TV und Werbefirmen?

Mitunter werden Kämpfe schnell entschieden. Das vorzeitige Knockout, überraschende Wendungen innerhalb eines Kampfes und am Ende eines Fights reckt der Sieger die Hände nach oben. Die Massen jubeln oder sie buhen ihn aus.

Auf dem Weg nach oben kommt es auf Ellenbogen an. Denn der Sturz aus dem schillernden Licht der Öffentlichkeit ist oft schneller da, als der Sprung aufs Treppchen für die Ewigkeiten.

Und geht es dabei doch nicht nur Kampfprämien, Titelgürtel und Siegerkränze. Die heutige Sportwelt lebt vom „big business“. Der erfolgreiche Champ ist als Werbeträger ideal vermarktbar. Idealerweise dann, wenn er oder sie über ein „Maske“nhaftes und gesellschaftlich konformes Saubermannimage verfügt.
So können Unmengen von Milchschnitten, Metzinger Maßanzügen, Fußbodenbeläge und Dessous ab den Endverbraucher gebracht werden. Das in Kämpfen oftmals ramponierte Gesicht des Champs sorgt makellos strahlend für den nötigen Umsatz. Zufrieden reibt sich die Crew um Sportler, Trainer, Manager und Boxtstall die Hände und TV-Intendanten brüsten sich ihrer hohen Einschaltquoten.

„Schlag mich“

Schlag mich? Beim Boxen geht es auch um ausweichen. Um das Vermeiden von Schlägen. Möglichst wenig getroffen zu werden ist eine hohe Kunst des Boxens. Wenn diese nun aber versagt, kann der Getroffene auch schnell ins straucheln kommen. Torkelt benommen durch den „Medien“-Ring und wenn die Linie verloren geht, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten über die Zeit zu kommen. Variante A wäre das Klammern, mit dem der „Angeknockte“ versucht Zeit zu gewinnen. Die unsportliche Alternative zu dieser Variante sind die Tiefschläge. Nicht fair aber wirkungsvoll. Und nicht jeder sieht sie. Meistens werden sie nur von den Insidern und (Box)-Szeneexperten erkannt und in den wenigsten Fällen als Mittel zu Zweck von diesem gesehen.

„Siegt“ der Fighter dann durch solch einen ungesehenen Tiefschlag doch, bleibt ein fader Beigeschmack.

Kampf Nummer 46 war einer der schlechtesten. Dem bemerkenswerten Auftakt zu Runde 1 folgte nach der ersten (Bild)-haften Attacke eine Reihe von Tiefschlägen der unfeinen Sorte.
Der Titel blieb beim Champ. Wohl auch deshalb, weil im Verlauf des Kampfes der Gegner schnell zurücksteckte. Zu wichtig war ihm der Champ, als das er ihn endgültig auf die Bretter geschickt hätte. Aber wichtig genug, um mit einem gezielten Schlag Aufmerksamkeit an Millionen Frühstückstischen zu erzielen.
Schade nur, das der Wirbel an Konterschlägen ihn nicht mehr traf. Diese Tiefschläge waren für andere bestimmt.

...“ ich bin gegen jegliche Form von Gewalt und kann an SM überhaupt nichts finden“...

Autsch...

(c)G.P.