Josephine Muschdersub
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Gastkolumne - Josephine Muschdersub

Josephine Muschdersub - Mein Dom sagt
S
aumäßig Subbiger Computertalk

Sodele, Frau Nachbarin, haben Sie Zeit für ein Viertele Trollinger? Ich muss heut nicht hudla* und hab ganz viel Zeit für ein kleines Schwätzle mit Ihnen. Was mein Dom so treibt, wenn ich mir soviel freie Zeit vergönne kann? Noi, noi, Sie müssen nicht verschrecke, Frau Nachbarin, es isch nichts Dramatisches passiert. Mein Herr treibst bloß mit Bits und Bytes. Warum? Na ja, der Gute will ja mit der Zeit gehen und dazu gehört heut zu Tag, dass man ein Computer hat. Also haben wir seit ein paar Täg auch so eine Maschine bei uns in der Stub rumstande.

Begeisteret bin ich ja überhaupt nicht von dem Teil. Ich finde, man muss ja wirklich nicht jedere Sau, die durchs Dorf triebe wird, hinterher laufe und so an PC interessiert mich ja auch nicht wirklich. Aber bei uns Smer isch es halt einmal so, dass der Dom bestimmt was Sub zum wollen hat. Und nach der Meinung vom mein Dom, will ich nichts so sehr, wie die Buchhaltung für sein Geschäft und mein Strafbüchle, des ich doch immer so gerne verleg, fein ordentlich auf so einem PC zu mache. Und weil er des soooooo gern haben will, will ich ihm die Freude schenke, und mit dem Computer schaffe. Frau Nachbarin, Sie wundern sich, warum ich trotz der ganze Arbeit, die ich da wegen dem Computer noch zusätzlich hab, so ruhig da hocken und mit Ihnen ein Viertele Wein schlotzen kann.

Des isch ganz einfach. Mein Dom sagt alleweil, des was ein guter Dom isch, der darf von seinere Sub nur ebbs* verlange, was er schon selber erlebt hat oder selber kann. Und des hat zur Folge, dass bevor ich an Computer gangen darf, will mein Dom erst ein mal den Computer beherrschen. Also sitzt er vor dem Bildschirm und schimpft wie ein Rohrspatz, weil nichts so funktionieren tut, wie es nach seinere Ansicht sein müsste. Wenn ich ihm dabei so zuschau muss ich einfach lache. Man fragt sich fei echt, wer da der Dom isch.

Beim zuhören hab ich schon einiges gelernt. Ich weiß jetzt, dass so ein Computer isch wie einer der Nas butzt, noch eh er schneuzd*. Ich hab auch schon gelernet, dass man die Ordner in einem Computer besser beschrifte muß als die guate alte Leitzordner. Und gelegentlich muss man, damit man wieder mehr Platz hat, auch die Dateien ausputzen. Des isch dann wie wenn man bei einem Schrank voller Weißzeugs, die Bett- und Tischwäsch mal wieder neu einsortiert, damit Platz für neue Wäsche isch. Des nennt man defragmentieren und somit isch auch klar, dass neben Englichkenntnissen beim computere auch des Lateinische nicht falsch ist. Sie sehen, allein vom zuhören hab ich schon einiges begriffe.

Aber eines verstand ich wirklich nicht. Frau Nachbarin, kennet Sie eine einzige Autofahrerin, die genau weiß wie eine Kupplung funktionieren tut oder wie an Automotor konstruiert isch. Ich nicht. Und trotzdem sind laut den Versicherungen die Frauen die besseren Autofahrer. Des beweist doch bloß, dass man ebbs auch gut zum laufen bringen kann, wenn man auch nicht weiß, warum ebbs funktioniert. Warum also muss ein Dom unbedingt wissen wie ein Computer funktioniert, aber in der Küche brennt ihm das Wasser an, ohne dass ihn des besonders scheniert*? Ich wag es ja kaum auszumspreche Frau Nachbarin, aber was glauben Sie, könnt des sein, dass mein Dom nur dann Dom isch, wenn es ihm Spass macht und wenn er kein Bock hat, dann isch er halt einfach bloß ein fauler Seggl*? .
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* Dictionärle:
ebbs = etwas
hudla = eine Sache gar zu flüchtig machen
scheniera = beengen, behindern, belästigen, gehemmt sein, in Verlegenheit bringen oder sein (gleichbedeutend frz. gener)
Seggl = Schelte für Männer und Knaben ohne bestimmtere Bedeutung (ursprünglich mundartlich für Hodensack)
der butzt Nas, no eh er schneuzd = der putzt die Nase, noch bevor er schnieft (wörtl.); ein übergenauer Mensch (im übertragenen Sinn

(c) Joesphine Muschdersub

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