Josephine Muschdersub
Neues aus Hasenruh
carSten,chriStian & iCh
G.P.
Leander Sukov

Neues aus Hasenruh

Teil 2 – Am Nabel der Welt gibt es keine Subalternen

Hasenruh ist unzweifelhaft der Nabel der Welt. Natürlich kann ich das beweisen. Egal ob man in südlicher oder nördlicher, östlicher oder westlicher Richtung geht: Immer kommt man zurück nach Hasenruh. Folglich liegt Hasenruh in der Mitte. Ischa klar. Außerdem bekommen wir jede Woche einmal insgesamt 4 dieser kostenlosen Anzeigenblätter. Und zwar von vier verschiedenen Redaktionen. Nicht etwa viermal die gleiche Ausgabe. Wir bekommen sie meistens am Mittwoch, weil es bis zur Mitte etwas weiter ist. Herausgegeben werden die Zeitungen am Montag.

Problematisch hingegen stellt sich die Suche nach Haussklaven und -sklavinnen da. Und die bräuchten wir dringend. Immerhin ist es ein ziemlich großes Haus, auch machen wir viel Dreck (Tabakkrümel, Brötchenkrumen und Kaffeeflecke auf der Arbeitsplatte in der Küche zum Beispiel. Ganz zu schweigen, von dem Dreck, den wir über die Fliesen des Wohnzimmers verteilen, wenn wir aus dem Garten wieder reinkommen) und haben keine Zeit, ihn ständig wegzuwischen, resp. -zukehren. Außerdem ist es bei mir so, dass die schöne, junge und weithin bekannte Dienerin ja tagsüber zur Arbeit ist und abends, auch angesichts der Autofahrt nach Hamburg und retour oft ermattet. Da herrscht schon ein gewisser sexueller Notstand. Aber find mal was. Ich steh ja nun auf eher feminine Männer; sone kleinen, mit Löckchen (hier schlägt die Rechtschreibprüfung alternativ Glöckchen vor: Glöckchen – auch ganz hübsch), und schmächtig müssen sie sein. Oder auf Frauen mit diesem Blick. Na, Sie wissen schon. Pustekuchen. Kriegen wir nicht an' Laden. Es melden sich Männer, die meinen, schmächtig sei, wenn man viele Muskeln, aber kein Fett hätte. Muskeln brauchen wir hier nicht. Wir sind selber stark genug. Von Frauen haben wir noch nichts gehört. Es soll aber welche geben, die so etwas wie das Rumdienen für eine ganze Korona von vorwiegend dominanten Damen und Herren gut finden. Hab ich gehört. Vielleicht ist da ja etwas dran. Man muss halt Geduld haben. Auch auf dem Lande, in Hasenruh, wo man vom Fenster aus auf Kühe blickt und Adler in den Lüften kreisen und nächtens Fledermäuse im Garten ihre Runden drehen. Aber wir geben also nicht auf. Es muss doch möglich sein, Personal für die unterschiedlichen, äußerst notwendigen Dienstleistungen zu bekommen. Wir sind hier zu sechst. Das muss doch ein Traum für devote Frauen und Männer sein. Wenn sie bloß mal aufwachen würden, dann könnten sie auch unsere Suchanzeigen bei sm-hamburg.de lesen oder sonst wo (bei den Gothics haben wir auch gesucht).

Wir werden gelegentlich mal auf die Stammtische nach Kiel und Lübeck reisen. Dort kann man einfach auftauchen. Ganz ohne Majonäseprüfung (siehe vorigen Bericht aus Hasenruh). Vielleicht finden sich da ja Kontakte, die man nutzen kann. Lonley Hearts from the Balic Sea, sind hier schwer gesucht.

Ich geh jetzt mal wischen und dann muss der Müll noch weg. Man hats schwer als Dom ohne Haussklavin.

(c)Leaner Sukov