Josephine Muschdersub
Neues aus Hasenruh
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G.P.
Sör Kalle und Leedy Jennifer! Ein Rückblick

Ja, so war dat mit Sör Kalle und Leedy Jennifer!

Apollonia & Armin hatten am 9. April zur Comedy-Premiere nach Hamburg geladen und in den Katakomben des Cafe Sittsam drängten sich geradezu gierig all diejenigen, die sich auch durch die ausliegenden und verteilten Warnung-Beibackzettel „Vorsicht! Humor!“ nicht hatten abschrecken lassen.

Und die Warnung erweist sich als völlig berechtigt. Denn was folgt, ist gelinde gesagt, ein Hardcoreangriff auf die Lachmuskulatur. Humoreske Geschichten und Dialoge aus dem prallen SM-Leben rund um Sör Kalle, Leedi Jennifer und Tante Ria.

Sör Kalle, der kumpelhafte, bierselige Dummdom, hat bereits seine Fangemeinde und befindet sich auf dem besten Wege zur Szenen-Kultfigur. Den Bauch an den Thresen gestützt, gibt er auch ungefragt seine Lebensweisheiten und Abenteuer zum Besten. Wir lernen, wirkliche Probleme, die gibt es für einen wahren „Sör“ nicht. Das dominante Weltbild und sein glasiger Blick sind unkaputtbar und nicht wirklich zu erschüttern. Gibt es dann doch beim „Stehen“ mal ein Problemchen („Ich lern da sone Tussi kennen, ne. Im Schätt....“), er zieht es durch – mit aller „Konsekwenz“ und ganzer Härte. Kalle weiss eben, was sich gehört, auch ohne ein verweichlichter Frauenversteher und Wunscherfüller sein zu müssen.

Die Zuhörerschaft tobt, aber beim „Dommina Wörkschopp“ mit Leedi Jennifer ahnt man, das der eine oder andere durchaus auch mal trocken schlucken muss, denn es geht tabulos-frech auch an eingemachte Praktiken. Fussverehrung, das erscheint dem lernbegierigen Teilnehmerpaar auf der Bühne noch verlockend und machbar. Beim Facesitting wird die Sache schon komplizierter und spätestens beim „Cebeteee“ herrscht auf der Bühne reinstes Entsetzen und das Publikum fiebert und leidet mit.

Jeder bekommt sein Fett ab. Auch die Partygänger bleiben nicht verschont und beim Ablachen über „schlauchbootartige Gummitittenmonster“ schleicht sich im Hinterkopf ganz leicht Skepsis ein, ob eigentlich das eigene Partyoutfit noch den realexistenten Körpermassen entspricht.

Eine absolut geniale Hommage an die Fussballnationalelf, Tante Rita aus Butzbach und ihr häuslich-heimelig geschaffenes 24/7, die Transengruppe Bochum/ Lüdenscheid und Sir Alois aus Bayern runden das Programm ab, um nach fast eineinhalb Stunden mit dem unnachahmlichen Sör Kalle zu enden, denn auch Kalle hat Schluss und ist (zunächst einmal) am Ende seiner Weisheit angelangt. Voller Tragik fummelt er einen zerknitterten Abschiedsbrief auf den Thresen: „Weiber... alle gleich... . So einen wie mich findet die nie wieder. Immer ein Schentelmen. Dat bin ich. Ich heiss ja nich umsonst SÖR Kalle, näh!“

Eine echte Mitleidsträne wird sich der Zuhörer und Zuschauer (!) kaum noch abringen können, zu viele Lachtränen sind bereits geflossen und man mag gespannt sein, welche Abenteuer und Schicksale die von Apollonia & Armin geschaffenen Helden auch in Zukunft noch bestehen müssen. Ich freue mich bereits heute darauf.

Ein Highlight am SM-Kulturhimmel. Absolut empfehlenswert. Und wer es noch nicht weiss, ähnlich wie die nur-tausend-Ejakulationen-je-Männerleben soll es sich nach den beiden Machern auch bei der nur-eintausend-Lacher-Theorie nur um ein simples Gerücht handeln.

Na dann, für alle, die nicht dabei waren sein konnten:

Der nächste Auftritt findet am 14.6.2004 im Metropol in Düsseldorf statt. Karten gibt es ab Mitte Mai bei Smart oder direkt über ApolloniasWelt@yahoo.com

© DarkGraf