Secretary



Und zum Schluß fanden sie doch zueinander. Ein Happy End, wie wir es aus Übersee-Filmen kennen. Aber vielleicht war es gerade das, was den Film noch abrundete ;-)...

Secretary hat den Weg in deutsche Kinos gefunden. Und den Besucher erwartet eine Liebeskomödie mit Witz, Esprit und einem Einblick in die Welt des Sadomasochismus.

Ich hab mich in den letzten Tagen oft selbst gefragt, was mich an diesem Film beeindruckt hat. Die Story ist sicherlich – vom klischeebehafteten Beginn mit therapierter Frau aus problembehafteten Elternhaus mal abgesehen – das eine dabei gewesen. Zeigte sie doch in wunderschönen Bildern, die Entwicklung eines „unsicheren Tollpatsches“ zu einer selbstbewussten Frau.

Aber ich denke mal, das es die grandiosen Darstellerleistungen waren, die neben manchem lautem Lacher auch manches stillem Lächeln in mein Gesicht gezaubert hat.

Maggy Gyllenhall als Lee ist den Besuch schon allein wert. Auch wenn man diesen Film „ohne Ton“ sehen würde, hätten bei ihr Mimik und Körpersprache schon ausgereicht, um ihre „Entwicklung“ in der Filmhandlung zu veranschaulichen. Mit einer schauspielerischen Meisterleistung zeigte sie den Weg einer Raupe zum Schmetterling auf. Und war am Ende ein farbenfrohes Produkt ihrer Begierde, das Willenstärke und Unterwerfung als perfekte Symbiose der eigenen Lust darstellte.

Manch dominanter Mann mag mit James Spader -dem männlichen Haupdarsteller- mitgelitten haben. Seine unterdrückten Selbstzweifel, das Richtige zu tun geben dem Film viel Natürlichkeit und nahmen ihm auf der anderen Seite viel „Härte“. Dieses dürfte auch der Grund sein, warum sich „Nicht-SM-ern“ die Möglichkeit bietet, diese bizarre Welt besser zu verstehen.

Und so hat der „Rotstift“ wohl genauso viel Potential zum Kultobjekt der SM-Szene, wie der Regenwurm, der Käfer und die vier Erbsen ;-)...

Aber mehr wird nicht verraten, denn schaut Euch diesen Film wirklich einfach an und schleppt – wenn möglich – möglichst viele Vanilla-Freunde mit ins Kino.